Narkosefreie Zahnsteinentfernung und Prophylaxe bei Hunden


Fast alle Hunde haben in ihrem Leben irgendwann einmal Probleme mit oder ausgelöst durch Zahnstein, wobei die Probleme mal mehr, mal weniger ausgeprägt auftreten können. Zahnstein entsteht, wenn sich auf weichem Zahnbelag (Plaque) Calcium- und Phosphatverbindungen aus dem Speichel und der Nahrung in Schichten einlagern.

 

Der Tierarzt entfernt Zahnstein fast immer unter Narkose mit Ultraschall. Eine Narkose ist jedoch grundsätzlich mit Risiken für Ihren Hund verbunden und bei leichtem und je nachdem mittelschwerem Zahnstein sogar unnötig, da Zahnstein bis zu einem bestimmten Stadium von mir mit einem speziellen Handinstrument leicht entfernt werden kann. Viele Hunde sind dabei sehr entspannt und lassen sich die Zähne sehr gut reinigen. Manche müssen schrittweise daran gewöhnt werden und kennen das Prozedere dann bei den Folgebehandlungen schon.

 

Schwieriger wird es, wenn die hinteren Zähne betroffen sind und/oder der Hund nicht (mehr) kooperativ mitmacht. Ich arbeite zu keiner Zeit mit Zwang und teile eine Behandlung lieber auf mehrere kleinere Sitzungen auf, wenn der Hund deutliche Abwehr zeigt. Eventuell ist es nötig, dass Sie mit Ihrem Hund eine Weile für die Zahnsteinentfernung üben, damit er keine Scheu oder Angst mehr hat, wenn ihm ins und ans Maul gegriffen wird.


 

 

 

 

 

Nach der Zahnsteinentfernung kann es zu kleinen Blutungen des Zahnfleisches und zu einer erhöhten Empfindlichkeit der Zähne kommen. Das ist ganz normal und legt sich nach kurzer Zeit wieder.

 

Mit einer gründlichen Zahnsteinentfernung und darauf folgenden regelmäßigen Prophylaxe-Terminen können die Zähne Ihres Hundes bis ins hohe Alter gesund erhalten werden, ohne das eine Zahnbehandlung in Narkose durch den Tierarzt nötig wird.

 

 

 

 

Wenn ab einem bestimmten Schweregrad des Zahnsteins schon starke Rückgänge und Entzündungen des Zahnfleisches oder sogar bereits Zahnfleischtaschen mit Eiter vorhanden sind, kann eine narkosefreie Zahnsteinentfernung von mir nicht mehr verantwortungsbewusst durchgeführt werden, da dies dem Hund Schmerzen bereiten und auch unangenehme Nachwirkungen haben könnte. In einem solchen Fall überweise ich Sie mit Ihrem Hund zu einem kompetenten Tierarzt, da hier eine Entfernung des Zahnsteines unter Narkose nicht mehr zu vermeiden ist.


Eine große Bitte:

Lassen Sie sich von KEINEM Tierarzt, Tierheilpraktiker oder anderen Tiertherapeuten zu einer Zahnsteinentfernung mit Ultraschall OHNE Narkose überreden! Es gibt leider immernoch Kollegen, die diese unseriöse und tierschutzrelevante Behandlung anbieten. Die Frequenz des Ultraschalles ist für den Hund höchst unangenehm, da er durch sein gutes Gehör noch völlig andere Frequenzbereiche als ein Mensch wahrnimmt, außerdem wird mit dem Ultraschallgerät je nachdem auch unter dem Zahnfleischrand gereinigt, was bei den oben genannten Entzündungen des Zahnfleisches sehr schmerzhaft für den Hund ist.

 

Wenn ein solcher Eingriff bei Ihrem Hund nötig ist, lassen Sie ihn bitte tatsächlich nur unter einer Narkose für das Tier durchführen. Ein Tierarzt oder Therapeut, der Ihnen etwas anderes erzählt oder Ihnen aus "Kostengründen" eine Narkose ersparen will, handelt nicht verantwortungsvoll und nicht zum Wohle Ihres Hundes!